Mein Vater ist, glaube ich, nicht so glücklich in seinem Job

unglücklich

Dieses Jahr hatten wir einen Freund unseres Sohnes zu Silvester bei uns. Beim Smalltalk haben wir auch kurz über seine Eltern gesprochen und was sie arbeiten. Seine kurzen Ausführungen zur Arbeit seines Vaters hat er mit dem Satz beendet: «Ich glaube, mein Vater ist nicht sehr glücklich in seinem Job.»

Begeisterte Mitarbeitende = begeisterte Kunden

Solche Aussagen stimmen mich immer nachdenklich. Denn als Experte für Kunden- und Serviceorientierung weiss ich, dass nur begeisterte Mitarbeitende auch Kundenbegeisterung erzeugen können.

1/4 der Lebenszeit unglücklich

Wir verbringen rund einen Viertel unserer aktiven Lebenszeit bei der Arbeit. Wenn wir noch den Arbeitsweg und die Mittagspause dazurechnen, ist es sogar noch mehr. Sollten wir da nicht sicherstellen, dass wir Freude und Spass in unserem Job haben?

80 % sind unglücklich im Job

Fakt ist leider, dass, wenn man den vielen Mitarbeiterzufriedenheitsstudien glauben soll, gut 80 % aller Mitarbeitenden unzufrieden sind mit ihrer Arbeitsstelle. Viele machen einfach Dienst nach Vorschrift. Nur weniger als 10 % der Arbeitstätigen geben an, glücklich bei ihrer Arbeit zu sein.

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So verschwenden wir Jahr für Jahr ein riesiges Produktivitätspotenzial. Wir müssen handeln!

Jeder kann handeln, alle müssen handeln

Und wenn ich WIR schreibe, dann meine ich auch wir. D.h. nicht nur die Arbeitgeber sind gefordert, Veränderungen vorzunehmen. Nein, auch die Arbeitnehmer sollen handeln.

«Jeder ist seines Glücks Schmied». Denn verändern können wir nur eine einzige Person, nämlich nur uns selbst.

Was können Arbeitgeber tun?

Für nachhaltige, rasche Veränderungen braucht es insbesondere zwei Sachen: Druck und Sog. Es ist, wie wenn Sie bei einem Trichter einen möglichst grossen Durchfluss erreichen wollen. Dann müssen Sie auf der einen Seite Druck ausüben und auf der anderen Seite ziehen, also einen Sog erzeugen.

1. Sog durch eine inspirierende Vision

Sog erzielen Sie mit einer klaren, inspirierenden Vision. Eine gute Vision ist prägnant, provokativ und darf ruhig auch polarisieren. Sie wollen schliesslich nicht alle ansprechen. Es muss klar werden, wer zu Ihrem Unternehmen passt und wer nicht.

Die Vision von Lexus

Ein gutes Beispiel war die Vision von Lexus, als Toyota in den Luxuswagenmarkt eindringen wollte. «Beat Mercedes Benz», hiess die Vision. Diese Vision erfüllt alle Kriterien: Sie ist prägnant, provoziert und polarisiert. Für Kunden, Mitarbeitende und Geschäftspartner, die sich mit diesem Ziel identifizieren konnten, diente diese Vision als Motiv, was die Grundlage von Motivation ist (Motiv -> Motiv-ation).

Microsofts Vision

Auch die erste Vision von Microsoft kann als Vorbild dienen: «Jedem seinen PC auf den Schreibtisch». Diese Vision hatten die Microsoft-Gründer zu einem Zeitpunkt, wo Computer noch Turnhallen füllten. Auch sie erfüllt die drei Kriterien einer guten Vision. Wer sich dies vorstellen konnte, machte bei Microsoft mit. Wer nicht daran glaubte, blieb dem Unternehmen fern. Wir wissen, wer recht behalten sollte.

Die Vision von Apple

Und auch Apple positionierte sich klar gegen Microsoft mit ihrer seinerzeitigen Vision bzw. ihrem Statement: «think different». Es war eine klare Kampfansage an Microsoft und stand für klares Design und eine bessere Usability.

Sinnstiftende Tätigkeit

Mitarbeitende suchen Sinn in ihrer Tätigkeit. Es ist oft noch nicht einmal die Tätigkeit an sich, die den Unterschied ausmachen kann, sondern einfach das Wissen, das man an etwas Grösserem, Bedeutenderem mitarbeitet. Es macht einen Unterschied, ob man einfach eine Mauer baut oder mithilft, die Sagrada Familia von Barcelona zu erbauen.

Passende Mitarbeitende einfach finden

Wer eine solche Vision hat, wird in einem Bewerbungsgespräch rasch herausfinden, ob sich potenzielle Mitarbeitende damit identifizieren können. Aufwändige Assessmentcenter sind dazu nicht notwendig. Denn wo ein Wille (ein Motiv) ist, ist auch ein Weg.

2. Druck durch Aufzeigen des Veränderungsbedarfs

Nun haben wir über den Sog gesprochen. Für Veränderungen braucht es jedoch auch Druck. Allerdings nicht den Druck, den viele Vorgesetzte auf ihre Mitarbeitenden ausüben. Es geht nicht um Befehl und Gehorsam und hirnrissige Ziele und Kontrolle.

Die brennende Plattform

Druck wird dadurch erzeugt, dass den Mitarbeitenden verständlich aufgezeigt wird, warum sich etwas verändern muss, warum ein aktueller Zustand nicht weiter OK ist. Dies kann damit zusammenhängen, dass sich die Kundenerwartungen verändert haben, dass Konkurrenten neue, bessere Produkte auf den Markt bringen, dass rechtliche Rahmenbedingungen sich verändern, usw.

Mit einer sorgfältigen Umfeld- und Unternehmensanalyse werden Sie die Gründe identifizieren und aufzeigen können. Im Englischen sprechen wir von einer «burning platform». Stellen Sie sich eine brennende Ölplattform irgendwo im Pazifik vor. Diese muss brennen, bevor die Mitarbeitenden ins kalte Wasser springen und eine Veränderung vornehmen.

Makro versus Mikro Change

Zu beachten ist, dass wir herausfinden müssen, wo und wie die Mitarbeitenden direkt betroffen sind. Im Change-Management nennen wir das «Mikro Change». Es ist wie mit dem Klimawandel (das ist ein Makro Change). Wir wissen, dass er stattfindet und wir sind alle davon betroffen. Die meisten handeln jedoch erst dann, wenn es sich direkt auf sie auswirkt, z.B. wenn durch Hochwasser das eigene Haus überschwemmt wird.

Sog und Druck, die Schlüsselelemente für Veränderungen

Fassen wir zusammen: Es braucht Sog und Druck, um Veränderungen rasch voranzubringen und die richtigen Leute an Board zu wissen. Dies erzeugen wir durch eine inspirierende Vision, die den Mitarbeitenden als Motiv dient, und durch das deutliche Aufzeigen, warum Veränderungen notwendig sind, und zwar auf einer Ebene, wo die Mitarbeitenden selbst direkt betroffen sind.

Mitarbeitende involvieren

Bei der Definition und Umsetzung von Massnahmen geht es insbesondere darum, die Mitarbeitenden einzubeziehen. Machen Sie aus Betroffenen Beteiligte. Sie haben eh oft die besseren Lösungen. Sie sind viel näher am Tagesgeschäft und verfügen auch über die notwendige Fachexpertise.

Was können Arbeitnehmer tun, wenn sie mit ihrer momentanen Arbeitssituation unzufrieden sind?

Sollen Sie kündigen? Vielleicht. Das muss jedoch nicht die erste Handlung sein. Vielleicht hat das Unternehmen eine inspirierende Vision, mit der man sich identifizieren kann.

Warum bin ich unglücklich?

Was hindert Sie dann daran, glücklich bei der Arbeit zu sein? Dies gilt es herauszufinden. Genauso wie das Unternehmen regelmässig seine Situation überprüfen muss, kann auch jeder Mitarbeitende seine Arbeitssituation regelmässig überprüfen. Was stimmt für mich? Was motiviert mich? Was stimmt nicht? Was raubt mir Energie?

Was kann ich selbst verändern?

Wenn die Demotivationsgründe identifiziert sind, geht es darum sich zu überlegen, wie sich die Situation verbessern könnte. Wie bereits erwähnt, kann man nur sich selbst verändern. Daher stellen Sie sich zunächst die Frage, was Sie unmittelbar selbst tun können, damit sich etwas verbessert. Und manchmal ist es zunächst die eigene Einstellung.

Was müssen andere verändern?

Sind diese Möglichkeiten erschöpft, geht es um diejenigen Aspekte, bei denen andere etwas verändern müssten. Um Änderungen bei anderen herbeizuführen, müssen Sie ihnen Feedback geben. Sie müssen ihnen aufzeigen, was Sie stört und welche Konsequenzen es für Sie hat.

Bieten Sie Lösungen an

Motzen können viele. Doch wie sollen die Probleme gelöst werden? Delegieren Sie dies nicht einfach an die Vorgesetzten zurück. Bieten Sie proaktiv Lösungsvorschläge an. Sie kennen das Tagesgeschäft und die Prozesse oft besser, als Ihre Vorgesetzten. Es kann sein, dass Ihr Vorschlag nicht umgesetzt wird. Doch jeder Vorschlag dient als Inspiration für noch bessere Lösungen.

Was hat die andere Person davon?

Überlegen Sie sich auch, was Sie anbieten können, wenn sich etwas verändert. Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass sich die anderen verändern werden oder etwas verändern wollen. Helfen Sie ihnen dabei, Vorteile zu erkennen, die sie selbst davon haben werden.

Versuchen Sie gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die für die andere Person und für Sie selbst passen. Dabei suchen wir nach einem echten konstruktiven Konsens, nicht nach einem gut schweizerischen Kompromiss.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende

Und falls das alles nichts bringt, dann sollten Sie vielleicht tatsächlich über einen Stellenwechsel nachdenken. Überlegen Sie sich aber vorgängig, wonach Sie suchen, welchen Sinn Sie Ihrem Leben geben wollen, welche Werte Ihr neuer Arbeitgeber leben soll. Und seien Sie durchaus wählerisch. Ein Wechsel vom Regen in die Traufe, wird Sie schon bald wieder unglücklich machen.

Nun sind Sie gefragt

«Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut auf der Suche nach Ihrem Glück. Falls Sie dabei Unterstützung brauchen, nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit mir auf – www.theblackelephant.ch.

Herzliche Grüsse

Roger Schmid

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